5.3 Ergebnisse der Segelflugauswertung

         5.3.1 Der luvseitige Einstieg in die Welle über dem Hangaufwind
         5.3.2 Wellenklimatologie
         5.3.2 Ergebnisse vom Fall des 20.9.1999

Die aus den Barogrammen herausgefilterten Wellenaufwindgebiete werden in einer graphischen Darstellung zusammengefaßt, um so eine erstmals quantifizierte "Wellenklimatologie" zu erstellen. (Aufgrund der geringen Datendichte kann von einer Klimatologie im eigentlichen Sinn nicht gesprochen werden).

Im Zuge der Auswertung wurde auch festgestellt, dass es durchaus öfters vorkommt, dass der Hangaufwind kontinuierlich in den Wellenaufwind übergeht. Dies soll nun im nächsten Abschnitt am Beispiel des Dachsteins vom 27.4.98 näher dargebracht werden, ehe danach die Ergebnisse der Wellenklimatologie gezeigt werden.

 

5.3.1 Der luvseitige Einstieg in die Welle über dem Hangaufwind

Ein Aufwindgebiet im Lee eines Gebirges liefert den klassischen Fall einer Leewelle. Dass es aber auch im Luv von Gebirgen (z. B. Dachstein, Hochkönig, Wilder Kaiser) zu hochreichenden Aufwinden kommen kann, (bedingt durch Wellen, die durch stromaufwärts vorgelagerte Gebirge ausgelöst werden), zeigt das Beispiel von zwei Flügen, die im Ennstal im Luv des Dachsteins in die Welle über Talmitte eingestiegen sind.

In Abb. 5.5 sind die Flighttracks von diesen Flügen im Luv des Dachsteins, sowie die dazugehörigen Barogrammausschnitte dargestellt. Im blau dargestellten Flightrack, dem das rechte Barogramm zuzuordnen ist, verzeichnet der Flug eine kontinuierliche Höhenzunahme von 3605m (um 13:51 UTC) bis 4273m (um 13:57 UTC) südlich bzw. südöstlich des Dachsteins (2995m). Aufgrund des großen Abstandes zum darunterliegenden Gebirgskamm kann dieser Aufwind nur durch eine Welle bedingt sein.

Abb. 5.5   
Barogramm (oben), Flighttracks (unten). Das linke Barogramm ist dem roten, das rechte Barogramm dem blauen Flighttrack zuzuordnen. Der strichlierte Bereich stellt das Wellenaufwindgebiet dar. Die Flugrichtung ist jeweils von West nach Ost.

Im linken Barogramm mit dem dazugehörigen rot dargestellten Flighttrack ist zu erkennen, wie das Flugzeug südwestlich des Dachsteins (Luv) durch Hangaufwind an Höhe gewinnt. (Einstieg in den Hangaufwind in 2286m um 11:42 UTC). Im Barogramm ist vorübergehend ein Höhenverlust von ca. 150m im Bereich oberhalb des Gipfels erkennbar. Ursache dafür ist die höhere Reisegeschwindigkeit des Flugzeuges, die dann wieder zurückgenommen wurde. Danach erfolgt ein kontinuierliches Steigen bis 3984m (12:04 UTC), bedingt durch einen Wellenaufwind.

Aus diesem Beispiel ist zu erkennen, dass ein direkter Übergang vom Hangaufwind des Dachsteins in den Aufwind der Leewelle erfolgt. Dazu sei angemerkt, dass diese Welle nicht vom Dachstein, sondern von den Niederen Tauern ausgelöst wurde.

Dieses Beispiel stellt keinen Einzelfall dar. Signifikante Höhenzuwächse bedingt durch Wellenaufwinde im Luv von Gebirgen sind auch im Luv des Hochkönigs und des Wilden Kaisers zu finden.


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              5.2 Die Datenauswertung zur Lokalisierung der Wellenaufwindgebiete aus dem Segelflugbarogramm

              5.3.2 Wellenklimatologie