7.2  

Vorgehensweise für die Vorhersage von Leewellen

  1. Diagnose der synoptischen Lage: Betrachtung der Höhenströmung (Zyklonale oder antizyklonale Strömungslage, Position der Trog -und Keilachse), Frontlage, Jetposition
    1. Südföhnlage: Trog über Westeuropa. Keilachse östlich von Österreich. Bei südwestlicher bis westlicher Höhenströmung oder schwacher Strömung in 500 hPa (Auffächerung der Strömung) können bei ausreichender Windgeschwindigkeit der 180°-Komponente in 850 hPa und 700 hPa (vgl. Punkt 5 weiter unten) Wellen nur in der unteren Troposphäre erwartet werden.
    2. Nordföhnlage: Keil über Westeuropa. Trogachse östlich von Österreich. Bei Troglage über Österreich dürfte aufgrund der hohen Schauerwahrscheinlichkeit der Aufbau eines Wellenregimes über Südösterreich gestört sein. Bei antizyklonaler Nordwestlage eine eventuell eingebundene Warmfront und Jetposition (Left - Exit - Region) beachten.

     

  2. Charakterisierung der Luftmasse (Feuchtegehalt): Bei allgemein sehr feuchter Luftmasse sollte die Luft feuchtstabil geschichtet sein.
  3.  

  4. Generelle Windrichtung im Bereich von 140° bis 220° bzw. von 320° bis 40° (siehe dazu Tab. 6.2), sodass die Mindestwindgeschwindigkeit der kammsenkrechten Windkomponente erreicht wird
  5.  

  6. Druckdifferenz zwischen Luv und Lee:
  7. Bozen - Innsbruck:  >5 hPa
    Klagenfurt - Salzburg:  >7 hPa
    Graz - Linz:  >5 hPa

     

  8. Mindestwindgeschwindigkeit der kammsenkrechten Windkomponente in
  9. 850 hPa: > 15 kt
    700 hPa: > 20 kt
    500 hPa: > 20-25 kt

     

  10. Betrachtung des vertikalen Wind -und Stabilitätsprofils von luvseitig gelegenen Radiosondenstationen:
  11. Das Auftreten von Leewellen kann erwartet werden bei

    1. nach oben hin zunehmender Windgeschwindigkeit (kammsenkrechte Windkomponente) und abnehmender Stabilität, wobei bei starker Windzunahme mit der Höhe (geknicktes Windprofil) die Bildung von Trapped Waves begünstigt wird (k < l - Bedingung)
    2. nach oben hin konstantem oder leicht abnehmender kammsenkrechten Windkomponente in Verbindung mit einer deutlich abnehmenden Stabilität. (Somit bleibt die Abnahme des Scorerparameters mit der Höhe erfüllt.)
    3. ausreichender Stabilität:
    4. -    trockenstabil bei antizyklonaler Strömung bzw. bei trockener Luftmasse
      -    feuchtstabil bei zyklonaler Strömung bzw. bei sehr feuchter Luftmasse

     

  12. Betrachtung des Vertikalverlaufes der Stabilität bzw. des Scorerparameters
  13.  

  14. Qualitative Abschätzung der Wellenintensität:
    Höhere Windgeschwindigkeiten stehen in Zusammenhang mit höheren Vertikalgeschwindigkeiten und größeren Wellenlängen (vgl. Kap. 3.41. und 3.4.3).
    Abschätzung der Wellenlänge aus empirischen Methoden (Kap. 3.4.1 und 5.3.3) mit , wobei die Wellenlänge in km und die Windgeschwindigkeit der kammsenkrechten Komponente (in m/s) in 700 hPa, also in bzw. etwas oberhalb des Kammniveaus ist.

 

Zukunft:

    -    Durch operationelle Verfügbarkeit von Vertikalprofilen des Scorer-parameters in Tempauswerteprogrammen (z.B. PC-Met, Metwatch) sollte die Vorhersage von Leewellen wesentlich unterstützt bzw. erleichtert werden

    -    Ein weiterer Fortschritt in der Vorhersage von Leewellen sollte durch die Anwendung numerischer, hochaufgelöster Modelle (LM, MC-2, COAMPS) erreicht werden. (Berechnung vertikaler Querschnitte, Prognose der Vertikalbewegung, etc.)


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              Inhaltsverzeichnis

              7.1 Kriterien für die Vorhersage von Leewellen im österreichischen Alpenraum

              8. Zusammenfassung und Ausblick