Liebe Leute,
aus meiner Sicht sind die Darstellungen dieses Briefes nicht ganz vollständig ....
Die Sektion Segelflug hat bereits seit 2007 angestrebt und empfohlen, zeitgerecht innerhalb des AeroClubs mit den Vorbereitungen/Umstellungen auf EASA Part M zu beginnen, damit unsere Flugzeuge auch nach September 2009 nachgeprüft werden können. Das Präsidium hat die Thematik "Part M" zur "Chefsache" erklärt, und auch gegenüber der Sektion Segelflug relativ zurückhaltend kommuniziert.
Präsident Alois Roppert hat Vereinsvertretern, die konkret wissen wollten wie es weiter geht, immer wieder gesagt, sie sollen sich keine Sorgen machen, er habe schon eine Lösung "im Ladl".
Spät wurde klar, dass das Präsidium anstrebt weiterhin Behördenstatus zu haben. Diese Behörden-Variante hat Vor- und Nachteile, der Sektion Segelflug erschien diese Variante unrealistisch, es standen zu viele Unklarheiten im Raum. Trotzdem hat die Sektion dieser Variante zugestimmt, wenn sichergestellt ist, dass bis Mai 2009 konkrete Lösungen am Tisch sind.
Wenn zu diesem Termin kein Ergebnis erzielt wurde, wäre eine Standard-Lösung "Gründung Camo+ des ÖAEC" anzustreben oder eine Partnerschaft mit einem privaten Camo aufzubauen.
Nun, dieser Termin ist inhaltlich unkommentiert verstrichen ...
Der Kontakt zwischen ÖAEC Präsidium und Verkehrsministerium BMVIT scheint nicht gut zu laufen, über die Gründe möchte ich mich hier nicht ausbreiten, es lässt aber leider Rückschlüsse auf das Standing des ÖAEC zu.
Als es offensichtlich wurde, dass innerhalb der verbliebenen Zeit keine den neuen Rahmenbedingungen entsprechende Prüforganisation/Behörde etc. des ÖAEC aufgebaut sein würde, wurden als Übergangslösung 20 der ca. 40 ehemaligen Bauprüfer mit einem Fortbildungskurs zu "anerkanntem Part 66 Prüfpersonal" weitergebildet, ein Teil hat die Fortbildung bereits auch formal abgeschlossen.
[
www.austrocontrol.at]
Dieser Personenkreis kann zwar die Prüfung des Luftfahrzeuges durchführen und gegenüber der Behörde ACG "empfehlen" ein "ARC" auszustellen. Durch den Halter sind dann aber die Kosten für den Prüfer und die Gebühren der Behörde ACG für das ARC zu tragen (min. Euro 200,- kann bei höherem Zeitaufwand aber auch mehr werden ...). In Summe sicherlich mehr als bisher für Nachprüfungen zu bezahlen war, aber auch bedeutend mehr als für die gleiche Leistung bei bestehenden Camos in Deutschland, Slowenien, Ungarn etc. zu bezahlen ist.
Die Variante Prüfung/Empfehlung ist auch nur maximal zwei Mal zulässig, die dritte Prüfung muss ein Camo abnehmen. Bisher haben wir in Österreich aber keine Camos/Strukturen, um auch nur annähernd die in Österreich betriebenen Segelflugzeuge/MoSes prüfen zu können. Es gibt zu wenige CAMO´s mit genügend Prüfern die unsere Flugzeugklasse Segel/MoSe/ELA1 prüfen könnte:
[
www.austrocontrol.at]
Die allgemeine Performance des ÖAEC in dieser Frage und die in den letzten Tagen verschickten Briefe führen aber neuerlich zu zahlreichen Beschwerden (ein Vereinsvorstand schreibt mir z.B. " ... im Augenblick bin ich etwas fassungslos und stinksauer auf den AeroClub").
Ich muss gestehen, ich verstehe die Verärgerung.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden in den nächsten Jahren genügend CAMO-Anbieter auf diesem Markt heranwachsen, ggf. auch in Österreich. LFZ-Halter können diese Dienstleistung aber in ganz Europa in Anspruch nehmen, d.h. auch Camos außerhalb von Österreich können OE-Flugzeuge prüfen/freischreiben.
[
www.hb-flugtechnik.at]
[
www.aeroclub-nrw.de]
Einstweilen liebe Grüße
Klaus