Segelflug-WM 15-, 18- und Offene-Klasse
Szeged - Ungarn
20.7.- 7.8.2010Quelle/Texte: Kurt

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12:00 WM - Berichterstattung Abschluss
Nachdem ich von Wolfgang, Wo gestern abend noch seinen Bericht zur WM erhalten habe, stelle ich diesen Bericht als endgültigen Abschluss meiner Berichterstattung ins Netz. Leider fehlen von einigen Piloten ihre Statements.

Guido, GA fehlt auf dem Foto, schade.

Mit fliegerischen Grüssen, verbleibt, Kurt Graf, TC Austria.

Piloten vom Team, v.l. Herbert, M1, TC Graf, Wolfgang, WO, Josef, FJ, Werner, WG, Reinhard, BY, H.Amann

11:00 Bericht Wolfgang, WO
Aus meiner Sicht sind drei Faktoren erwähnenswert, die diesen Wettbewerb wesentlich charakterisierten:
1) Die hohe Teilnehmerzahl, erstmals nahmen an einer WM beinahe 150 Piloten teil;
2) Die kritischen Wetterbedingungen mit meist niedriger Arbeitshöhe, teils Blauthermik und durch ergiebige Regenfälle schwierige Außenlande- und Rückholbedingungen;
3) Die schlechte Organisation;
Zu 1): Obwohl Großteils sehr diszipliniert geflogen wurde, ergaben sich zwangsläufig durch unterschiedliche Steigzentren, verschiedene Flächenbelastungen oder einfach unterschiedliche Ideen der Piloten in kritischen Situationen. Ich persönlich hatte bei dieser WM mehr gefährliche Begegnungen mit anderen Teilnehmern als in all den großen internationalen Wettbewerben der Jahre zuvor. 24 Flugzeuge waren nicht mit „Flarm“ ausgestattet. Allerdings muss ich sagen, dass „Flarm“ mit der derzeitigen Empfindlichkeit bei Annäherung an einen Pulk unbrauchbar ist. Hier müsste der Hersteller noch einmal eine niedrigere Empfindlichkeitsstufe einführen, vielleicht abhängig von der Anzahl empfangener Signale. Butterfly und ähnliche Anzeigen würde ich bei Wettbewerben verbieten bzw. sollten Flugzeuge im „stealth-mode“ gar nicht auf diesen displays dargestellt werden. Die Einstellung „stealth“ sollte verpflichtend sein. Alles was den Piloten von der Luftraumbeobachtung ablenkt sollte reduziert/verboten werden.
Zu 2): Auch die Wetterbedingungen trugen natürlich ihren Teil zur Massierung bei. Bei Basishöhen unter 1000m und Blauthermik, wälzten sich manchmal 2 oder 3 Pulks über die Strecke. Oft änderte sich die Qualität der Aufwinde innerhalb weniger Kilometer ohne klare Anzeichen. Meist dürfte der Untergrund dafür verantwortlich gewesen sein, der durch die vorangegangenen Niederschläge mehr oder weniger durchnässt war. Die 15m-Klasse machte damit besonders intensive Erfahrungen, die Rückholungen aus Serbien dauerten bis zu 25 Stunden, der Folgetag musste neutralisiert werden.
Zu 3): Für das schlechte Wetter ist niemand verantwortlich, dafür was man daraus macht schon. Die Meteorologen hatten, abgesehen von der schwierigen Beurteilung der Situation, von Beginn an ein Problem mit der Präsentation. Nach Kritik des Britischen Team-Captains wurde der Meteorologe ausgetauscht. Nach wie vor wurden allerdings Diagramme und Bilder präsentiert deren Bedeutung nicht erklärt wurde. Teilweise gab es umfangreiche Informationen über Details die für Segelflieger maximal von untergeordneter Bedeutung sind. Ich hatte den Eindruck, dass der Vortragende kein Segelflugmeteorologe ist und, dass das Interesse bei den Zuhörern mäßig war. Die Tagesaufgaben waren dementsprechend unangepasst, 3 Außenlandungen bei 7 Wertungstagen sprechen für sich... Der angeblich erleichterte Grenzübertritt von/nach Serbien funktionierte nicht, auch diese Erfahrung machte die 15m-Klasse (jeweils 2 Stunden Wartezeit). Eine stark befahrene Straße wenige Meter vor der Ziellinie und der Flugplatzumzäunung führte zu einem Zusammenstoß eines Australischen 15m-Klasse Piloten mit einem LKW. Der Pilot blieb unverletzt, der LKW-Fahrer erlitt schwere Verletzungen. Erst dieser Vorfall führte zur Einführung eines „Finish-rings“ statt der Linie am Flugplatz. Durch einige TCs und die OSTIV wurde eine Spendenaktion für den verletzten Fahrer gestartet – nicht durch den Veranstalter. Auch gab es im weiteren Verlauf des Bewerbs keine Informationen mehr über seinen Zustand...
Fazit: Trotz weniger Wertungstage für mich eine sehr anstrengende WM. Das schwierige Wetter bestrafte meist „beherzte“ Entscheidungen. Der 2.Wertungstag war mit seinen 9 Piloten, die die Aufgabe teils mit unglaublichen Umwegen vollenden konnten, vorentscheidend. Die Endwertung weist damit einige Namen auf den vorderen Rängen auf, die bis dato international noch nicht so in Erscheinung getreten sind. Dafür finden sich einige Favoriten im hinteren Teil wieder. Ich freue mich, dass ich auch bei diesen außergewöhnlich schwierigen Bedingungen wieder einen Platz unter den ersten 10 belegen konnte, und über 2 Tagessiege. Nachdenklich macht mich, dass ich an keinem der Tage die Aufgabe vollenden konnte, an denen zumindest einige heimgekommen sind – ich denke schon über mögliche Trainingseinheiten nach...
Abschließend möchte ich mich beim ganzen Team bedanken, vor allem bei Kurt und Hermann die uns wieder in gewohnter Weise unterstützt haben und Steine aus dem Weg geräumt haben wo’s möglich war. Die Stimmung war hervorragend und um das gehts schließlich ;-)
Euer WO